Mo

22

Aug

2011

DAS WALFISCHHAUS (Unser erster Tag auf`m Darß)

Unsere Ankunft auf´m Darß nach etwa 11 Stunden Fahrt durch ganz Deutschland war überwältigend. Wir blieben kaum auf der Halbinsel angekommen in Wustrow auf einem Parkplatz stehen, ich machte die Autotür auf und der Geruch nach Salzwasser, Muscheln, Meerluft und Fisch durchströmte mich zur Begrüßung. Als wir wahllos an irgendeinem Strandübergang über die erste Düne kletterten und das Meer uns empfing hatte ich Tränen in den Augen, es rauschte und toste durch mich hindurch, ich atmete es, sah es, hörte es und spürte es. Es ist ein anderes Meer als in Italien oder in anderen südlichen Ländern. Dieses Meer ist wie ein Pfefferminz- Bonbon, es ist frisch und reinigt und kühlt und hat eine Wucht, die ich umwerfend finde. Ich durfte es in Estland schon einmal erleben und hätte ich die Wahl, ich würde immer das kalte Meer, das baltische Meer, die Ostsee, die Nordsee nehmen, diese Kraft ist immer wieder unbeschreiblich.

Als wir so das Meer begrüßten entdeckte ich plötzlich hinter mir im Sand zwei Herzen aus Muscheln gelegt, in die jemand mit Austernschalen „S+M“ geschrieben hatte. Wow. Die erste Freudenträne kullerte. Mein erster Gedanke war Anett, aber ich fragte mich, woher sie wissen konnte, wo wir an den Strand gehen würden? Ein echtes Wunder.

(Zur Erklärung, für alle die es nicht wissen: Anett hat uns eingeladen, ihr gehört das Hotel/ Restaurant Walfischhaus in Born am Darß)

 

Wir fuhren weiter bis nach Born am Darß- und als ich vor dem Hotel-Restaurant am Parkplatz stehen blieb, schliefen meine Jungs tief und fest. Ich ging also gleich mal ne Dorfrunde um alles zu fotografieren, die reedgedeckten Häuser zu bewundern, die Hintergassen zu erkunden und einen ersten Eindruck zu bekommen.

Ich ging dann zum Hafen und schaute den Booten zu, wie sie im Bodden vor sich hin schaukelten, Möwen kreischten über mir, alles war noch still, es war ja erst 7 Uhr Morgens… Als ich mich gerade auf eine Parkbank setzte kam eine Kellnerin vom Walfischhaus über die Wiese zu mir gelaufen und sagte, sie würde Anett jetzt anrufen, die hätte uns nämlich zu einem Willkommens- Frühstück eingeladen und würde mir erklären wo sie wohnt, damit wir hinfahren können.

Letztendlich kam es so, dass wir nach einer halbstündigen Irrfahrt durch die holprigen Gassen von Born doch von Anett persönlich abgeholt werden mussten, wir stellten später fest, dass die Borner ihre Häuser umstellen, wenn man kurz mal wegschaut, ist man heute hier noch ganz gewiss zum Postamt gekommen, steht es morgen plötzlich ganz wo anders!

Dann bei Anett angekommen konnten wir sie endlich mal richtig kennen lernen, wir kannten uns ja bisher nur von Facebook, nun stand sie da in Wahr und Echt und war genauso wie ich sie mir vorgestellt hatte: lieb, freundlich, lächelnd, elfenhaft, zart, aber voller Kraft und Leben.

Auch ihren Freund Bernd und ihre beiden Jungs durfte ich kennen lernen, und den Hauskater auch. Eine richtig liebe, kunterbunte, fröhliche, natürliche Familie.

Nach einem liebebvoll angerichteten Frühstück zeigt uns Anett unser traumhaft schönes, großes Zimmer im Walfischhaus, Finn hat ein eigenes Bettchen, die Terrasse führt direkt zum Borner Hafen, die Aussicht ist einfach ein TRAUM!

 

Danach fahren wir nach Prerow, wo wir am Strand etwas planschen, entspannen, die Möwen beobachten und Muscheln sammeln.

Danach schlafen wir im Zimmer erstmal ne Runde, bevor wir bei Anett zum Abendessen eingeladen sind. Bernd hat Wildschweinbraten mit Biersauce, Rotkraut und Semmelknödeln gemacht – KÖSTLICH!!! Danach sitzen wir noch lange gemütlich vorm Haus bei Kerzenschein zusammen, plaudern, lachen und lassen uns dabei von Stechmücken plagen, die nach den vielen Regenfällen der letzten Wochen leider überall sind.

Als wir nachts zurück ins Zimmer fahren, lecuhtet der Mond in orange uns den Weg...

 

(Teil 2 folgt!)

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Kommentare: 4

  • #1

    Alena (Montag, 22 August 2011 19:51)

    Liebe Sonja!

    Deine empfindungen, als du am Meer angekommen bist, kann ich soooo nachvollziehen! Geht mir auch jedesmal so! Ich hab da ein schönes Gedicht für Dich... *kruschtel*

    Meer

    Wenn man ans Meer kommt
    soll man zu Schweigen beginnen
    bei den letzten Grashalmen
    soll man den Faden verlieren
    und den Salzschaum
    und das scharfe Zischen des Windes
    einatmen
    und ausatmen
    und wieder einatmen
    wenn man den Sand sägen hört
    und das Schlurfen der kleinen Steine
    soll man aufhören zu sollen
    und nichts mehr wollen wollen

    nur Meer

    nur Meer


    - Erich Fried -


  • #2

    Susanne (Montag, 22 August 2011 20:58)

    Toll deine ´Reisebeschreibung! Danke dafür!

  • #3

    Katja (Montag, 22 August 2011 21:07)

    Wow....tolle Bilder...ich bin wirklich beeindruckt. Vielleicht werde ich dort auch mal Urlaub machen :)
    Entspannt euch weiterhin gut!!!

  • JimdoPro
    #4

    Sonja (Mittwoch, 24 August 2011 08:10)

    hallo zusammen! danke alena, für das wunderbare gedicht, ich kenne vom erich fried nur die über die liebe, hatte da mal so ein kleines blaues büchlein. aber das hier gefällt mir auch total gut. :-)))

    liebe grüße an alle, ich war gestern den ganzen tag an der ybbs, grillen, schwimmen, flusskrebse beobachten und fische streicheln..... bin wieder angekommen jetzt. (auch die seele)

    alles liebe, sonja

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