Bitte Links die aktuelle Liste an gesuchten Warenspenden beachten! DANKE!
Mein Wirkungsbereich: Im Schenkraum herrscht meistens pures Chaos. Hier werden Warenspenden angenommen, gelagert und an die Flüchtlingsfamilien verteilt.
Es begann vor etwa 8 Jahren, als ich eine Dokumentation des Kriegsfotografen James Nachtwey sah.
Da stand ein kleiner tschetschenischer Junge im zerstörten Grosny, in einem grauen, viel zu großen Mantel, vor dem brennenden Körper seines Großvaters, der gerade getroffen worden war von einem
Sprengsatz.
Und der Junge schrie. Er schrie die ganze Zeit wie am Spieß. Und als Untertitel war zu lesen, WAS dieser Junge da schrie: „Onkel, bitte nimm mich mit! BITTE NIMM
MICH MIT!“ – damit meinte er den Kameramann Nachtwey. Der nichts anderes tat, als diese Menschen zu filmen und zu fotografieren. Jahrelang, in vielen Ländern der Erde, in denen Krieg herrscht.
Nachtwey wünschte sich nichts mehr, als der Welt diese Bilder zu zeigen und damit etwas zu bewirken. In der Nacht nach dieser Dokumentation träumte ich von diesem schreienden Jungen. Ich wachte
auf und heulte und stellte mir vor, wie ich dieses Kind an meinen Bauch drückte und ihm sagte: „Alles wird gut. Ich bin da. Alles ist gut“
Damals begann ich zu beten. Ich weinte und betete, wenn es hier bei uns Kinder gibt, die so etwas erlebt haben wie dieser kleine Junge in Grosny, dann solle Gott sie zu mir schicken und ich würde
sie trösten und ihnen helfen.
Zwei Jahre später, ich war mittlerweile umgezogen und einiges in meinem Leben hatte sich verändert, ging mein Wunsch in Erfüllung. Die Gemeinde Opponitz suchte eine ehrenamtliche Helferin zur
Betreuung von 19 Flüchtlingskindern aus Tschetschenien, Georgien, der Mongolei und anderen Ländern, während deren Eltern Deutschkurs machten.
Ich meldete mich und hatte fortan täglich 3 Stunden lang 19 Kinder von 2 Monaten bis 19 Jahren zu betreuen. Ich malte, lachte, sang, spielte. Und immer mehr und mehr bekam ich auch Kontakt zu
deren Eltern, die mir von ihren Sorgen und Nöten erzählten. Zwischenmenschliches, politisches, religiöses, praktisches. Und die Kinder malten brennende Hubschrauber, blutende Menschenkörper und
schreiende Kinder vor ruinierten Häusern.
Immer öfter lud ich die Kinder auch zu mir nach Hause ein. Wir feierten Weihnachten mit 10 Kindern, natürlich hatte ich auch Geschenke für sie organisiert und verpackt, wir fuhren mit Kindern zum
Spielplatz, luden die Perchten oder den Nikolaus nach Hause ein und zeigten den Kindern unsere Österreichischen Bräuche. Einem tschetschenischen Künstler besorgte ich Leinwand und Ölfarbe und er
malte wunderschöne Bilder nach russischer Schule. Eine mongolische Frau bat mich, einige Wochen auf ihren Sohn aufzupassen, während sie ein zweites Kind zur Welt brachte und im Krankenhaus
lag.
Immer wieder standen Kinder vor meiner Tür und erzählten, dass eine neue Familie angekommen sei und frieren würde, sie bräuchten Decken. Oder irgendein Kind bräuchte Winterschuhe.
Um die 80 Flüchtlinge befanden sich hier bei uns im Dorf.
Und so kam es, dass ich immer wieder per Internet, Zeitungen und auch innerhalb der eigenen Familie Spendenaufrufe machte. Ich sammelte Kleidung, Spielzeug, Hygieneartikel, Kochtöpfe, Teppiche,
Wolldecken und vieles mehr- und brachte die Sachen dann direkt zu den Flüchtlingen, da ich keinen Platz hatte, die Waren zu lagern.
Durch Mundpropaganda sprach sich schnell herum, dass ich sowas mache und innerhalb kürzester Zeit konnte ich so viele Waren organisieren, dass es mir beinahe schon zu viel wurde, dauernd mit dem
Auto herum zu fahren, Sachen einzusammeln und den Flüchtlingen zu bringen. Abgesehen davon hatte ich ja selber auch nicht viel und der Sprit war teuer… Als dann 2011 mein ältester Sohn nach
Oberösterreich zog, wurde ein Zimmer frei in unserem Haus.
Und meine erste Eingebung war es, hier endlich einen „Schenkraum“ einzurichten in dem ich die geschenkten Waren lagern kann und die Flüchtlinge die benötigten Dinge geschenkt abholen
können.
Ich eröffnete also am 12. Oktober 2011 den Schenkraum in der Villa Raabennest.
Per Facebook fand sich eine liebe Person, die mir ein Logo für meinen Schenkraum schenkte, eine befreundete Bergbäuerin schenkte mir einen Tisch, meine Tochter half, den Raum einzurichten und
abzuteilen, Vorhänge wurden aufgehängt, Sachen gesammelt und eingeräumt, Reporter von einer Zeitung informiert, den Herrn Bürgermeister eingeladen und am Tag der Eröffnung stürmten schließlich
etwa 40-60 Menschen aus allen möglichen Ländern den Raum und die Freude war auf allen Seiten riesig. Es gab ein Interview und einen guten Zeitungsartikel, ich eröffnete auch auf Facebook eine
Gruppe „Schenkraum- Flüchtlingshilfe“ und Pakete aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trudelten ein: Luftballons, Süßigkeiten, Rasierzeug, Duschgel, Schminkzeug, Schuhe für die Kinder,
Regenjacken und Tücher für die muslimischen Frauen, bunt gemischte Ware. In meinem Schenkraum besteht nun die Möglichkeit, Hilfsgüter kostenlos abzuholen, oder welche zu bringen. Und mein Wunsch
erfüllte sich, ich konnte umsetzen, was ich erträumt hatte.
Sonja Raab
ÖFFNUNGSZEITEN:
Ursprünglich war der Schenkraum jeden Mittwoch von 16 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Da der Andrang allerdings extrem groß war und auch immer wieder ausserhalb der Öffnungszeiten Leute an der Haustür klingelten, mache ich es jetzt so, dass ich Wunschzettel einsammle, bzw. man mir die Zettel mit Namen versehen in den Postkasten legen kann. Die gewünschten Waren werden dann in Kisten zusammengestellt und ich bringe sie selbst in das Haus wo die Familien wohnen.
Waren-Annahme nur nach vorheriger Absprache!!!
BITTE KEINE WAREN VOR DIE HAUSTÜR STELLEN WENN ICH NICHT DA BIN!
Der Raum ist für die Opponitzer Flüchtlingsfamilien und Opponitzer Familien in Notsituationen gedacht.
Hier werden Waren aller Art verschenkt oder geschenkt angenommen.
Sonja Raab
AUSFLUG MIT FLÜCHTLINGSFRAUEN
Mit zwei Flüchtlingsfrauen aus Afghanistan und der kleinen Minna habe ich vor wenigen Tagen eine Rundfahrt im Ybbstal gemacht. Ich konnte ihnen die Berge zeigen, vom Kieseck über`s Kogl bis zum Ramberg. Wir haben Leute besucht, mit ihnen geredet, zusammen gelacht. Ich denke, dass nur so Integration möglich ist, wenn die Menschen miteinander in Kontakt kommen, sich austauschen, sich zeigen, die Umgebung kennen lernen.
Die Frauen und die kleine Minna haben es jedenfalls sichtlich genossen.
Die Hauptschule Ybbsitz hat für „meine“ Flüchtlingskinder in den letzten Wochen gesammelt und liebevoll Geschenkspakete gestaltet, die beschriftet und sortiert wurden
nach Geschlecht und Alter. Heute ist die Weihnachtsaktion über die Bühne gegangen, etwa 20 Kinder wurden beschenkt, ein NÖN-Reporter war ein BISSCHEN zu spät, wird
aber die Fotos nachgereicht bekommen. *hihi* (Ja wenn Kinder Geschenke kriegen muss man hurtig sein. *lach*) Übrig gebliebene Geschenkspakete warten im Schenkraum auf Verteilung. Der indischen
Familie konnte ein Bügeleisen übergeben werden und alle Kinder haben Schokolade erhalten.
Ich bedanke mich herzlichst bei der Hauptschule Ybbsitz!
DAS YBBSTALER RAABENWEIB